2021 – das ANARTtheater freut sich auf ein neues Theaterjahr

 

Langsam neigt sich ein verrücktes Jahr 2020 dem Ende zu und so hoffen wir alle, dass das kommende Jahr besser sein möge, dass wir gemeinsam die Pandemie bald in den Griff bekommen und zu einer, wahrscheinlich neuen, aber doch heiteren Normalität zurückkehren können.

 

Wir vom ANARTtheater Hard hatten mehr Glück als viele andere Theatervereine in unserem Land. Etliche von ihnen mussten ihre Premieren kurzfristig absagen oder konnten erst gar nicht mit den Proben starten. Wir waren in der glücklichen Situation unser Gaststubentheater „Moralisch einwandfrei“ noch bis zur letzten Aufführung am 20. Februar ohne Einschränkungen spielen zu dürfen. Kurz danach erfolgte der 1. Lockdown. Leider war es uns bisher nicht möglich, diese erfolgreiche Produktion gemeinsam zu feiern. Aber das holen wir bestimmt nach, denn das gemeinsame Zelebrieren und Feiern gehört essentiell zu einem funktionierenden Vereinsleben dazu.

 

Ansonsten lebt unser Verein zur Zeit einfach digital weiter, wir halten Kontakt über die sozialen Medien, erinnern uns immer wieder voll Freude an die fünf wunderbaren Aufführungen in unterschiedlichsten Gaststätten, an unsere liebenswürdigen, aufmerksamen und theaterinteressierten Gastgeber*innen – auf der MS Österreich, in den Gasthäusern Stögis, Engel und Sternen in Hard sowie  im Hotel Schwärzler in Bregenz. Wir alle hatten viel Spaß und unser zahlreich erschienenes Publikum hat unseren gelungenen Mix aus Unterhaltung, Kunst und Kulinarik von Herzen genossen.

 

2021 planen wir erst gegen Ende des Jahres zu spielen – dies in der guten Hoffnung, dass bis dahin wieder alle Rädchen laufen, dass ungeniert geprobt werden darf, dass Aufführungen durchgeführt und Premieren gefeiert werden dürfen. Die Vorarlberger Autorin Daniela Egger, die auch für die Aktion Demenz arbeitet, schreibt zur Zeit für uns ein Stück zum wichtigen Thema „Demenz“, worauf wir schon sehr gespannt sind.

 

2014 fand unsere letzte Produktion auf unserer langjährigen Heimatbühne im Seezentrum statt, die kurz danach leider baupolizeilich geschlossen werden musste. Darauf begann unsere bis heute andauernde Suche nach einer neuen Heimat für unseren Verein. Uns wurde vom damaligen Bürgermeister eine Blackbox im Obergeschoß des Spannrahmens avisiert, der aber leider nie realisiert wurde. Der große Saal im Spannrahmen ist für eine Theatergruppe, wie wir es sind, die außergewöhnliche und zum Teil experimentelle Produktionen schafft, einfach zu groß und auch zu teuer. Trotzdem haben wir es 2017 einmal gewagt, haben uns für ein publikumswirksames Musiktheater entschieden. Und obwohl „Die teuflischen Göttinnen“ immer gut besucht waren, sind uns  die Kosten einfach über den Kopf gewachsen. 2018 haben wir das finnische Stück „Der wunderbare Massenselbstmord“ in der Halle von Hämmerle Transporte angesiedelt. Zwar eine einzigartige Erfahrung, eine sehr spannende Location, aber leider nur eine einmalige Möglichkeit, da die Halle doch das ganze Jahr voll und der Aufwand unglaublich groß ist, sie als Theater zu adaptieren. Dagegen war es mit dem Gaststubentheater geradezu easy,  brauchte es doch nur eine flexibles und gut eingespieltes Schauspielensemble.

 

Leider steht uns die Kammgarn als großartiger Theaterraum, den wir bereits in den frühen Kammgarnjahren öfter bespielt haben, nicht mehr im notwendigen Ausmaß zur Verfügung. Eine Produktion dort zu proben, ein Bühnenbild aufzubauen und mehrere Wochen zu spielen, dazu ist diese großartige Kulturwerkstatt inzwischen einfach zu dicht bespielt. Das kann sich weder die Kulturwerkstatt noch wir als kleine Theatergruppe leisten. Nichtsdestotrotz wollen wir wieder mal in diesen wunderbaren Räumen spielen. Darüber haben wir uns mit den Verantwortlichen schon in gegenseitiger Freude geeinigt.

 

Seit über 30 Jahren machen wir Theater in und für Hard, vertreten wir immer wieder Vorarlberg bei nationalen und internationalen Theaterfestivals. Ein Theaterraum, ein neutraler Blackroom, der vielleicht von einem oder zwei verwandten Vereinen mitgenutzt werden kann, das ist unsere Vision , unser Traum für die Zukunft, auf den wir mit vereinten Kräften hinarbeiten. Ein Raum, den wir frei bespielen, indem wir unsere Kreativität ausleben und mit unserem Publikum teilen können.